Vorderlandhus

Projekt "guter Schlaf" im Vorderlandhus

12. Juni 2019

Projekt FH Dornbirn, SAMINA und Vorderlandhus soll für besseren Schlaf älterer Menschen sorgen

 

In einer Gesellschaft mit steigender Lebenserwartung und laufend zunehmender Pflegebedürftigkeit gewinnt die Lebenswelt von Pflegeheim-Bewohnerinnen und -Bewohnern und ihre medizinisch-therapeutische und pflegerische Versorgung an Bedeutung. Dabei wird der Schlaf zu einem zentralen Element für das Wohlbefinden von Pflegeheimbewohner/innen.

 

Erholsamer Schlaf ist essentiell für Lebensqualität, Gesundheit und Wohlbefinden. Heute klagen bereits 80 % der Menschen über einen schlechten, gestörten, zu kurzen und damit nicht mehr erholsamen Schlaf. Diese Entwicklung macht auch vor Pflegeheimen nicht Halt, denn im Alter und vor allem im Krankheitsfall verschlechtert sich die Schlafqualität spürbar. Gerade in diesen Einrichtungen wird es daher zunehmend wichtig, die tatsächlichen Ursachen von schlechtem Schlaf und Schlafstörungen zu beheben, da man auch einem ständig zunehmenden Schlafmittelkonsum entgegenwirken will,

 

Forschungsprojekt soll die Lebens- und Schlafqualität verbessern

Genau mit diesem Thema beschäftigen sich seit 2017 in einem Forschungsprojekt der FH Dornbirn vertreten durch Prof. Dr. Guido Kempter sowie die Projekt-Partner Vorderlandhus Röthis (Sozialzentrum Lebensraum Vorderland) vertreten durch den Geschäftsführer Mag. Erich Gruber und der Pflegedienstleitung Tanja Riedmann sowie der Schlaf-Gesund-Spezialist SAMINA, Frastanz vertreten durch den Gründer und Geschäftsführer Prof. Günther W. Amann-Jennson. Das Projektbudget liegt bei ca. Euro 285.000,00 und wird von der FFG (Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft) gefördert.  Das Forschungsprojekt läuft unter der Bezeichnung „Individuelle Konfiguration von AAL-Lösungen am Beispiel von Maßnahmen zur Verbesserung der Schlafqualität älterer Menschen“ und soll Ende 2019 endgültig abgeschlossen sein.

 

 

Hightech und Natur sollen für besseren Schlaf sorgen

Hinter der Bezeichnung AAL steht „Ambient Assisted Living“ was nichts anderes bedeutet als altersgerechte Assistenzsysteme. Diese Hightech-Systeme haben zum Ziel, die Lebensqualität älterer Menschen zu unterstützen. Dabei geht es in Sachen Schlaf um Beleuchtungs- und Raumklimafaktoren bei denen die FH Dornbirn und das Team rund um Prof. Dr. Guido Kempter auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen können. Die Vorarlberger Firma SAMINA ist seit 30 Jahren mit der Schlafbiologie beschäftigt und hat eine Reihe von Schlaf-Gesund-Lösungen und Bio-Technologien im Sortiment. Dieses gemeinsame Know-How wird in diesem Projekt zum Wohle der Bewohnerinnen und Bewohner vom Vorderlandhus in Röthis genutzt.

 

Der Schlaf verändert sich im Alter

Zahlreiche Studien zeigen deutlich auf, dass sich der Schlaf im Alter auf mehreren Ebenen messbar verschlechtern kann. Dabei spielt die zirkadiane Ebene, also unsere innere Uhr, eine ganz wichtige Rolle. Sie ist unter anderem für die zeitliche Verteilung des Schlafs innerhalb von 24 Stunden verantwortlich. Hier kommt es durch häufigeres Schlafen unter Tags, also „Nickerchen“, zu einem geringeren Schlafdruck abends. Dies kann zu Ein- und Durchschlafstörungen oder zu frühem Erwachen führen. Außerdem verbringen Senior/innen während der Nacht viel mehr Zeit im Bett ohne tatsächlich zu schlafen. Diese verminderte Schlafeffizienz kommt durch eine längere Einschlafzeit und leichteres nächtliches Erwachen zustande. Das nächtliche Erwachen, sogenannt Arousals, entsteht durch Abnahme der Tiefschlafstadien und kommt bei Älteren wesentlich häufiger vor als bei jungen Erwachsenen. Es kommt insgesamt zu einer Abnahme des REM-Traum-Schlafanteils und öfters zum früheren Einsetzen der ersten REM-Traum-Phase, was sich vor allem psychisch-mental negativ auswirkt. Diese Schlafveränderungen können durch eine Vielzahl weiterer Einflussfaktoren ausgelöst werden. Dazu gehören Lärm, Lichtreize, Einfluss von elektromagnetischen Feldern, schlechtes Bettklima (frieren oder schwitzen), nicht passende Kopfkissen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder soziale Faktoren wie veränderte Lebensumstände oder Verlust des Partners.

 

Ausgangslage im Vorderlandhus akribisch geprüft

Mit Unterstützung von GF Mag. Erich Gruber und tatkräftigem Engagement der Pflegleiterin Tanja Riedmann haben die Teams von der FH Dornbirn und von SAMINA die aktuelle Lage in Hinblick auf den Schlaf der Bewohnerinnen und Bewohner untersucht. Dabei wurden neben Raumklima und Lichtmessungen auch mögliche elektromagnetische Belastungen an den Schlafplätzen oder Bettklimafaktoren in vier Zimmern repräsentativ untersucht und mögliche Zusammenhänge mit der Schlafqualität hergestellt. In laufenden Meetings wurden dann Maßnahmen zur Verbesserung der schlafrelevanten Faktoren festgelegt. Im Jänner 2019 erfolgten dann in vier Zimmern des Vorderlandhuses entsprechende Umsetzungen und Optimierungen.

 

Schlafplatz ist der biologisch wichtigste Platz – auch im Pflegheim

Einen ganz wesentlichen Einfluss auf die Schlafqualität und Regenerationsfähigkeit hat die Schlafplatzumgebung. Aus der Zellforschung und Zellbiologie ist bekannt, dass sich eine Zelle dann am besten entwickelt, wenn deren unmittelbare Umgebung soweit wie möglich natürlich ist. Die Firma SAMINA beschäftigt sich unter Leitung von Gründer und Innovator Prof. Günther W. Amann-Jennson mit der Optimierung und Regulation des Schlafprozesses. Dabei hat sich der Bioenergetische® SAMINA Schlaf in den letzten Jahren auch im medizinisch-therapeutischen Bereich etabliert. Eine Vorzeige-Referenz ist dabei die Privatklinik „Clinicum Alpinum“ für Stressfolgeerkrankungen, Depressionen und Schlafstörungen in Gaflei/Liechtenstein. Dort wird der SAMINA Schlaf als zentrale Behandlungssäule diagnostisch als auch therapeutisch eingesetzt. Alle 50 Patientenzimmer sind komplett mit SAMINA ausgestattet. Dieses Know-How macht sich auch die Sozialeinrichtung Vorderlandhus in Röthis zunutze. „Der Schlaf entwickelt sich aus wissenschaftlicher Sicht immer deutlicher zu einem 90%-Faktor, das heisst dass über 90 % unserer körperlich-geistig-emotionalen Gesundheit vom Schlaf anhängen“ bringt es SAMINA-Gründer Prof. Günther W. Amann-Jennson auf den Punkt.

 

Pionierleistung zeigt erste positive Ergebnisse

Damit zählt das Vorderlandhus zu den Pionieren, die sich neben vielen anderen Bereichen speziell um den Schlaf ihrer Bewohnerinnen und Bewohnerinnen kümmern. Gemeinsam mit Pflegeleiterin Tanja Riedmann und dem Team von SAMINA wurden in einem ersten Schritt die Schlafplätze optimiert. Unter anderem schlafen seither die ausgewählten Bewohnerinnen „geerdet“, das Bettklima wurde durch Bettwaren aus Naturmaterialien verbessert und es wurden anatomisch-orthopädische Kopfkissen eingesetzt. Eine Bewohnerin bekam zusätzlich ein SAMINA Soundlife Sleep System®, kam also in den Genuss von MusikMedizin im Schlaf. Dazu der Geschäftsführer Mag. Erich Gruber: „Wir waren total überrascht, dass bereits diese getroffenen Maßnahmen innerhalb von 2-3 Nächten eine massive Verbesserung von Schlaf- und Erholungsqualität gebracht hat.“ Es erfolgen jetzt noch weitere Maßnahmen durch das Team von Prof. Dr. Guido Kempter von der FH Dornbirn. „Diese Pionierleistung sollte auch ein Signal an die Öffentlichkeit und Politik sein, sich künftig auch in anderen Sozialeinrichtungen diesem Thema anzunehmen und von den Erfahrungen aus diesem Forschungsprojekt zu profitieren“, fasst Prof. Kempter die vorläufigen Ergebnisse zusammen. 

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